Künstliche Intelligenz
Arbeiten mit Sprachmodellen — Erfahrungen, Beobachtungen, Veröffentlichungen
Bild erstellt mit Gemini Nano Banana 2
Seit gut zwei Jahren arbeite ich täglich mit großen Sprachmodellen. Beruflich in der Entwicklung von Curricula und Zertifizierungsarchitekturen, daneben in Recherche, Analyse und beim Durchdenken komplexer Fragestellungen. Was als Neugier begann, ist zu einem Handwerk geworden, das sich beschreiben und weitergeben lässt.
Diese Seite sammelt, was dabei entstanden ist.
Wie ich auf KI blicke
Der öffentliche Diskurs bewegt sich meist zwischen zwei Polen: der Erwartung, dass Sprachmodelle Arbeit abnehmen, und der Sorge, dass sie Menschen ersetzen. Beides greift zu kurz.
Was mich interessiert, liegt dazwischen. Ein Sprachmodell ist kein Werkzeug im gewohnten Sinn — es hat keine feste Bedienoberfläche, keinen definierten Funktionsumfang, keine eindeutige Anwendung. Es reagiert auf das, was man ihm gibt, und die Qualität des Ergebnisses hängt weniger von der Technik ab als von der Präzision des Denkens, das in die Anfrage eingeht.
Daraus folgt etwas, das dem verbreiteten Effizienzversprechen widerspricht: Der Wert entsteht nicht dort, wo die Nutzung am reibungslosesten ist. Er entsteht dort, wo man ein Ergebnis prüft, nicht übernimmt — wo man widerspricht, nachschärft, die eigene Absicht klarer fasst. Diese Auseinandersetzung ist anstrengend. Sie ist auch der einzige Weg, auf dem Urteilsfähigkeit entsteht statt Abhängigkeit.
Warum das eine didaktische Frage ist
Mit dem EU AI Act ist der Aufbau von KI-Kompetenz für Unternehmen zur rechtlichen Pflicht geworden. In der Praxis wird sie häufig als Softwareschulung verstanden: Oberfläche erklären, Teilnahme dokumentieren, Haken setzen. Wer ein Werkzeug bedienen kann, besitzt damit aber noch nicht die Fähigkeit, seine Ergebnisse fachlich zu beurteilen.
Der Unterschied zwischen Bedienkompetenz und Urteilsfähigkeit entscheidet darüber, ob KI in einer Organisation Qualität erzeugt oder Risiko. Er ist keine technische Frage, sondern eine der Didaktik — und damit eine Aufgabe, die sich nicht an die IT delegieren lässt.
Genau an dieser Stelle liegt mein Arbeitsschwerpunkt: Lernpfade, die an echten Aufgaben ansetzen statt an Demobeispielen. Prüfungsformate, die Kritikfähigkeit messbar machen statt Auswendiggelerntes. Zertifizierungsarchitekturen, die einer Nachweisführung standhalten.
Grafik erstellt mit Claude Pro
Was Sie hier finden
Die folgenden Beiträge sind über zwei Jahre entstanden und greifen jeweils eine Facette heraus — von der Frage nach dem Perspektivwechsel im Umgang mit KI bis zu den regulatorischen Anforderungen des AI Act. Sie richten sich an Menschen, die mit KI arbeiten oder darüber entscheiden, wie in ihrer Organisation damit gearbeitet wird.
Ergänzend finden Sie kürzere Beiträge zu einzelnen Beobachtungen aus der laufenden Arbeit.
Multimediale Zusammenfassung
Video und Audio, erstellt mit Google Gemini Notebook auf Grundlage der Texte dieser Seite.
Video-Zusammenfassung
KI-generiert · Dieses Video wurde vollständig mit Google Gemini Notebook auf Grundlage meiner eigenen Fachartikel erzeugt. Stimmen und Bildspur sind synthetisch. Mehr zur Entstehung
Audio Deep Dive
KI-generiert · Dieses Audio wurde vollständig mit Google Gemini Notebook auf Grundlage meiner eigenen Fachartikel erzeugt. Die Stimmen sind synthetisch. Mehr zur Entstehung
Muster
KI-Revolution 4.1: Das Muster hinter dem Umbruch
Ein Bewusstseinssprung lässt sich nicht zurücknehmen, nur verantwortlich gestalten.
Die vierte industrielle Revolution wurde 2011 definiert, lange bevor künstliche Intelligenz ihr eigentlicher Beschleuniger wurde. Der Beitrag ordnet die Entwicklung in die Abfolge der industriellen Revolutionen ein und zieht dabei eine wissenschaftshistorische Parallele, die zeitlich genau an deren Anfang steht: die Entdeckung des Uranus 1781 und des nach ihm benannten Elements Uran 1789. Daraus ergibt sich ein Muster in drei Ebenen — ein Erkenntnissprung, eine Unumkehrbarkeit und ein Gewissen, das sich bei jedem Umbruch früher meldet.
Website-Artikel, 28. September 2026 Teil 2 der KI-Reihe
Artikel lesen →Nachweis
KI-Kompetenz entsteht durch Reibung — warum Schulungen den AI Act nicht erfüllen
Reibung ist nicht der Mangel, den es wegzuschulen gilt, sondern die Bedingung des Lernens.
Artikel 4 der EU-KI-Verordnung verpflichtet Unternehmen seit Februar 2025, ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherzustellen. Viele antworten darauf mit Software-Trainings — und verfehlen das Ziel. Eine Stanford-Untersuchung an rund 250.000 realen Nutzungsdialogen zeigt, warum. Vier didaktische Prinzipien, die daraus folgen.
LinkedIn, 1. September 2026 Teil 1 der KI-Reihe
Artikel lesen →Epoche
Das historische Déjà-vu: Warum der Aufbruch in die KI-Ära eine »Zwillings-Epoche« der 1780er Jahre ist
Unsicherheit ist keine Schwäche — sie ist die angemessene Antwort auf eine Welt, die sich neu erfindet.
Die 1780er Jahre sind keine Metapher, sondern ein struktureller Zwilling: eine sich selbst verstärkende Technologieschleife, die Entwertung etablierter Arbeit, eine Krise der gemeinsamen Wahrheit, ein neu gezeichneter medizinischer Horizont, eine Neuordnung globaler Macht. Was sich unterscheidet, ist die Taktrate — und damit die Frist, in der Leitplanken entstehen müssen.
LinkedIn, 13. Mai 2026
Artikel lesen →Praxis
Kontext ist King: Warum ich mit meiner KI erst rede, bevor ich sie arbeiten lasse
Man lagert das Denken nicht aus — man weitet es aus.
Einem neuen Mitarbeiter legt man am ersten Tag auch nicht wortlos einen Aktenstapel hin. Der Beitrag zeigt, wie aus Gedanken-Streaming, großen Kontextfenstern und stundenlangem Onboarding kumulative Intelligenz entsteht — und warum HR die KI als analytischen Spiegel braucht, nicht als Entscheider.
Zukunft Personal, 19. Februar 2026 Gastbeitrag
Artikel lesen →Haltung
Vom Tool zum Teampartner: Warum der Perspektivwechsel die wichtigste KI-Kompetenz ist
Der Output der KI ist immer ein Spiegel des Bewusstseins, das sie bedient.
Über den Nutzen von KI entscheidet nicht Python, sondern Ferntransfer: die Fähigkeit, ein Problem aus einer fremden Disziplin heraus neu zu rahmen. Ein Plädoyer für Generalisten mit unruhigen Lebensläufen — und gegen die Scheu, der Maschine ein Gegenüber zuzugestehen. Reframing statt Use-Case-Suche.
LinkedIn, 20. Januar 2026
Artikel lesen →Methode
Jenseits der Effizienz: KI als Spiegel für strategische Weisheit
Wer KI nur einsetzt, um Bestehendes schneller zu tun, optimiert den Stillstand.
Effizienz ist die falsche Messgröße. Wer KI als Beschleuniger bestehender Prozesse nutzt, verstärkt den eigenen Tunnelblick — McGilchrists »Spiegelkabinett«. Der Artikel entwickelt dagegen die Äquator-Methode: einen Dialog, der bewusst zwischen scharfem Fokus und weitem Kontext oszilliert, statt sich auf einer Seite einzurichten.
LinkedIn, 10. Dezember 2025
Artikel lesen →Beiträge
- LinkedIn-Beitrag: Die fehlende Mitte – Launch des Diploma in AI Management, Zertifizierte:r KI-Manager:in →
- LinkedIn-Beitrag: Raus aus der Prompt-Falle – warum isolierte Befehle nicht skalieren →
- LinkedIn-Beitrag: Vom Solo zum Orchester – meine Reise vom Prompting zur Agenten-Architektur →
- LinkedIn-Beitrag: Die Gefälligkeitsfalle – warum KI kein devoter Diener sein sollte →
- LinkedIn-Beitrag: Vom Solopreneur zur One-Person-Agency – mein KI-Stack ist mein Team →
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